Das größte heimische Nagetier ist in unseren Fischwassern angekommen – Der Biber

In der Oberen Argen im Bereich der unteren Fischereigrenze zum ASV Neuravensburg hat der Biber seine Spuren hinterlassen und dabei Weiden und Erlen bis 40 cm Stammdurchmesser umgelegt. Trotz mehrfacher Beobachtungen konnte noch keine typische Behausung, die Biberburg, festgestellt werden. Der Biber baut auch Wohnröhren, die schwer erkennbar sind, zumal die Eingänge zur Behausung grundsätzlich unter der Wasseroberfläche liegen.

Der Biber bewohnte einst ganz Eurasien. Schon immer hat der Mensch dem Biber nachgestellt und Fleisch und Pelz erbeutet. Im Mittelalter wurde der Biber zu den Fischen gerechnet und war eine sehr beliebte Fastenspeise. Ausgerottet wurde der Biber wegen seinem Duftsekret das er aus einer Analdrüse als Lebensraummarkierung abgibt. Der Aberglaube, dieses Bibergeil helfe als Allheilmittel gegen jedes Leiden bedeutete das Ende der Population im Jahre 1846 in Baden-Württemberg. An Elbe, Mulde und Saale hat eine Restpopulation überlebt. Nur durch konsequenten Schutz und Auswilderungen ist er in den letzten Jahrzehnten wieder heimisch geworden.

Merkmale

  • größtes heimisches Nagetier, erreicht eine Länge von über einem Meter plus 35 cm Kelle (Schwanz) und ein Gewicht von ca. 30 Kg., wird ca.15-20 Jahre alt und hat als sicheres Erkennungszeichen eine breite Schwanzkelle die er u.a. als Fettspeicher und als Stütze beim sitzen benützt.
  • bis zum 18. Jahrhundert weit verbreitet und mit der Kultur des Menschen durch Orts-Flur- und Gewässernamen verwoben.
  • extrem dichtes Fells – auf der Bauchseite ca. 23.000, auf dem Rücken ca. 10.000 Haare pro cm², der Mensch 200/cm²
  • Kann bei Gefahr bis zu 15 Minuten tauchen
  • Der Biber ist ein ausschließlicher Vegetarier, bevorzugte Nahrung in der Vegetationsphase sind alle Pflanzenarten, aber auch Mais oder Rüben stehen auf seinem Speiseplan.
  • Hält keinen Winterschlaf sondern nur eine Winterruhe. Für diese Zeit muss er einen Nahrungsvorrat anlegen und deponiert deshalb ab dem Herbst vornehmlich Weiden- Erlen- und Eschenäste vor seine Behausung, deren Rinde dann die Hauptnahrung ist.
  • Der Biber lebt in Familienverbänden mit dem Nachwuchs des aktuellen und des vorigen Jahres zusammen. Sind die Jungen zwei Jahre alt, werden sie von den Eltern vertrieben um Platz für die neue Generation zu schaffen.
  • In Alter von drei bis vier werden die jungen Biber geschlechtsreif. Sie sind monogame Tiere und bleiben ein Leben mit demselben Partner zusammen.
  • Biber haben ein ausgeprägtes Revierverhalten, eindringende Jungbiber werden aggressiv vertrieben- daraus resultiert eine hohe Sterblichkeitsrate weil die Tiere an Bissverletzungen oder Wundinfektionen verenden wie auch ein Großteil der Jungtiere auf Wanderschaft dem Straßenverkehr zum Opfer fallen.

Rechtslage

Der Biber genießt einen hohen Schutzstatus, er gilt im EU-Recht und im nationalen Recht als „besonders geschützte Art“ als Tier und „streng geschützt“ was seinen Lebensraum betrifft – d.h., sollte sich der Biber an einem unserer Gewässer seinen Lebensraum einrichten, könnte es Einschränkungen für die Fischerei geben. Melden sie deshalb entsprechende Beobachtungen dem Naturschutzbeauftragten oder dem Vorstand, damit Biberkonflikte vermieden werden können.